Kulturelles Klettern

 

Dieser Text ist am 23. März 2024 in der FAZ erschienen. Leider hat die FAZ meinen Namen noch nicht korrigiert, sodass ich nach wie vor als Fabian Schmitter auftauche.

 

Wir spürten zwar nicht gerade den Tod im Nacken wie im Gassenhauer «Bergvagabunden». Die Angst allerdings kroch uns mit jedem Meter tiefer unter die Haut. In der achtzig Meter hohen Südwand des Großen Zschirnsteins pfiff der Wind so stark um unsere Nasen, dass er die locker geworfenen Sicherungsschlingen von den Felszacken riss.

„Kulturelles Klettern“ weiterlesen

Am Anfang glaubte ich noch, aber dann kam der Lastwagen…

 

Es ist, als neigten sich die Dinge einem Ende zu. Etwas mehr als eine Schwangerschaft fand Zeit in diesem Essay über Kim de l’Horizon und das «Blutbuch». Für die Zeitschrift delirium war er bestimmt. Aber ob delirium seinerseits bereits ein Ende gefunden hat oder aber einem Neuanfang entgegengeht, entzieht sich meinen Kenntnissen. So veröffentliche ich ihn nun auf meiner eigenen Seite. Ich möchte ihn nicht noch einmal über einen Jahreswechsel schleppen. Ich schneide mir diesen alten Zopf – möge er perfekt geflochten sein oder nicht – jetzt ab. Im besten Fall ist das ehrlich. Im schlechtesten…

„Am Anfang glaubte ich noch, aber dann kam der Lastwagen…“ weiterlesen

Auf der Suche nach einem egalitären Geschlechterverhältnis

 

Dieser Text ist in stark gekürzter und veränderter Fassung am 29.04.2023 unter dem Titel „Männer und andere Zumutungen“ im Magazin des Tages-Anzeigers erschienen.

 

Das heterosexuelle Rollenspiel nach #MeToo aus der Sicht eines Manns

 

Und am Ende kann der eine,
nur mit dem andern untergehn.
(Element of Crime)

 

Das warme Gelb der Strassenlaternen mischte sich mit der nächtlichen Schwärze zu einem diffusen Zwielicht, als ich – ein Philosophiestudent Mitte zwanzig – lange nach Mitternacht in behaglicher Selbstgefälligkeit einer meiner engsten Freundinnen, D., und deren Freundin A. erklärte, dass weibliche Selbstsicherheit doch wohl am besten vor männlichen Übergriffen schützen würde. Den linken Fuss auf eine Bank gestellt, den Ellbogen auf das Knie gestützt, dozierte ich leicht vornübergebeugt – Bierdose in der einen, Döner in der anderen Hand – über die Macht der Standhaftigkeit angesichts einer Bedrohung. Im Hintergrund warf die grelle Leuchtreklame des Imbisses Ararart beim Lochergut in Zürich ihr künstliches Licht achtlos auf die Strasse.

„Auf der Suche nach einem egalitären Geschlechterverhältnis“ weiterlesen